Shadow Files 62 – Holt euch die Ziegen#*%?^§

…. Hinter uns knackte irgendwo ein Ast – zu spät merkten wir, dass wir längst entdeckt waren.

Der erste Schuss traf Rijad. Er ging schreiend zu Boden, und für einen Moment schien alles stillzustehen. Goran reagierte sofort, zog ihn aus der Schusslinie und brachte ihn notdürftig in Sicherheit. Liam begann in Zungen zu sprechen, Worte, die man nicht verstand und vielleicht auch nicht verstehen wollte. Dennoch stärkte ihre unheimliche Kraft Liam Schild der nun zu schimmern begann. Gleichzeitig funkte er Max an der im Helikopter auf unseren Einsatzbefehl wartete.

Dann kam plötzlich blaues Licht von oben. Kalt, grell – und tödlich. Eine Rakete raste auf uns zu. Die Explosion riss unsere Deckung auseinander, schleuderte Erde und Holz durch die Luft. Rijad warf sich bäuchlings davon, Goran stemmte sich hinter Liams Schild. Max preschte mit dem Heli durch die Dunkelheit um uns zu unterstützen aber viel zu schnell und viel zu unkontrolliert, zirkelte er auf das alte Bauernhaus zu.

Liam ließ das Licht der Drohne über uns durch einen hervorgerufenen Kurzschluss erlöschen, darauf hin zog er sich ein paar Schritte im Wald zurück. Das Licht der Drohne war zwar aus, aber jetzt begann ein ohrenbetäubendere Lärm von ihr auszugehen. Sirenen schreie und lautes knallen.

Zwei Scorpioni-Brecher tauchten aus dem Haus auf. Der erste stürmte brüllend auf uns zu: „Ich hol sie mir!“ Der zweite folgte gemächlich, fast amüsiert: „Lass mir was übrig.“

Rijad kroch über den Boden, verzweifelt bemüht, in der Dunkelheit zu verschwinden. Max riss den Helikopter herum und legte eine Maschinengewehrsalve über eine der zwei Brecher. Goran stellte sich dem ersten entgegen der uns am Waldrand schon beinahe erreicht hat und schlug ihm mit voller Wucht ins Gesicht. Für einen Augenblick schimmerte dessen Rüstung unheilvoll blau auf.

„Schnapp dir den dreckigen Bergziegenficker! Goran!“, brüllte Rijad aus seiner Deckung.
Goran ließ sich nicht zweimal bitten und prügelte den beleidigten Scorpioni nieder.

Hinter uns begann der Wald zu leben. Die Bäume verzerrten sich, ihre Formen wurden falsch, krankhaft. Liam sprach erneut in Zungen, worauf hin einer der Bäume seine Äste verdrehte, peitschte sie gegen einen der Scorpioni. Der Körper sackte wortlos zu Boden.

Der letzte Scorpioni jedoch formte aus schillerndem Schwarz einen Raketenwerfer – einfach so, aus dem Nichts – und feuerte. Das Ziel war Max im Helikopter der ihn zuvor mit der Bordkanone bearbeitet hatte. Die Rakete traf den Helikopter, dessen Motor sofort in Flammen aufging. Max brachte die Maschine hinter dem Gebäude hart runter.

Eine weitere Rakete schlug bei Goran ein. Er steckte den Treffer weg, als wäre es kaum mehr als ein Faustschlag. Aus dem Haus heraus eröffnete man das Feuer auf Max, doch er zog die Maschine hoch und wich geschickt aus.

Rijad untersuchte währenddessen den mutierten Baum. Tumorartige Wucherungen breiteten sich über den Stamm aus, wuchsen weiter, bis das Ding schließlich die Größe eines Bullen erreichte. Es war kaum noch als Baum zu erkennen.

Liam erhob erneut die Stimme. Die Bäume ringsum erwachten vollständig, ihre Wurzeln rissen sich aus der Erde. Sie packten den letzten Scorpioni, hoben ihn hoch in die Luft. Goran schlug ihm auf die Nase, doch eine schwarze, körperlose Hand blockte den Treffer. Ein Flüstern lag in der Luft – leise, widerwärtig.

Max umrundete das Haus und nahm den schwebenden Scorpioni unter Beschuss. Rijad richtete sich auf und sprach ruhig, fast sachlich auf ihn ein: “Ergib dich, oder meine Kumpels hier zerreißen dich!”

Mit knirschenden Zähnen hob er die Hände, und presste ein “Na gut, ihr habt gewonnen hervor”

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