Malmsturm 9 – Durch totes Land zum Hexerturm

Am frühen Morgen macht sich die Gruppe mitsamt Wagen, Pferd und Rhino auf gen Norden. Über ihnen kreist Feroz, der Rabe der Drywedin als wachsames Auge. Halgar reitet auf ihrem erbeuteten Ross voraus, während Theoderich den Wagen über die holprige Straße lenkt – was nicht ganz einfach ist. Die Idee Eimacks nach Westen zum alten Waldfriedhof zu marschieren, da dort wohl einige der wandelnden Leichen herstammen könnten, wird jedoch verworfen.

Der Wind peitscht den Reisenden ins Gesicht, trägt ewigen kalten Regen mit sich, während das Umland dunkel und gespenstisch dräut. Am Nachmittag können die Flüchtenden vor sich auf dem Weg drei Gestalten ausmachen. Bei näherer Betrachtung handelt es sich um Untote unterschiedlicher Verwesungsstadien, teilweise bewaffnet und berüstet. Ihre modrigen Körper folgen nicht mehr den Regeln der Natur, sondern werden von einem faulen Zauber oder Fluch zusammengehalten. Da sich der Boden jenseits der alten imperialen Straße zusehends in stinkenden Morast und fauligen Sumpf verwandelt hat, wagt der beleibte Koch nicht, den Karren samt Rhino in den Matsch zu lenken und so nähert sich der Tross den drei leblosen Gestalten. Auf Halgars Anrufen reagieren sie nur bedingt und so stürmt die Häuptlingsfrau in die vermeintlichen Feinde hinein, durch Eimacks Armbrustschüsse, Spatzewatzens Wurzelgeflechte und Theoderichs Anfeuerungen unterstützt. Gemeinsam wird das faulige Trio zerschlagen und besiegt. Was auch immer einer der Wiedergänger aus dem Boden ziehen wollte, bleibt wohl für immer ein Geheimnis.

Aber während des Kampfes ruft Feydra voller Angst, da wären Gestalten in den Wäldern im Südosten. Eimack nutzt erstmals ihr von der Drywedin verliehenes Auge der Eule Yecuthla und erkennt tatsächlich sieben schwebende Schemen zwischen den Bäumen, die sich unbeirrbar auf die Gemeinschaft zubewegen. Sind das Feinde? Oder vielleicht gute Geister? Doch dieser verfluchte Ort ist zu bedrohlich und so beschließen alle gemeinsam die Flucht gen Norden. Jeder und jede trägt einen Teil dazu bei, den ominösen Gestalten Steine in den Weg zu legen bzw. das Vorankommen der Gruppe zu beschleunigen und so gelingt in koordinierter Zusammenarbeit die Flucht.

Als der Abend sich langsam herniederzusenken beginnt und ein gewaltiger dunkler und böser Wald die Straße zu verschlingen droht, beschließen die Vier ein Nachtlager am Rande des Waldes aufzuschlagen. Spatzewatz nutzt – tatkräftig unterstützt von seinen Mitreisenden – seine Macht über die Natur und errichtet einen geschützten Waldunterschlupf, der Regen, Sumpf und Bedrohungen abhält – und zwar für einen ganzen Tag. Hier verbringen sie die Nacht, lesen in ihren Büchern, trainieren ihren Körper oder machen sich mit ihren neuen Fähigkeiten vertraut. 

Des Nächtens vernimmt Eimack ein dumpfes Klopfen an der Hülle ihres Waldrefugiums. Der geweckte Spatzewatz wirft einen Blick durch das hölzerne Geflecht und entdeckt einen hünenhaften Untoten, der den blutigen Körper eines Kleinkindes gegen die Außenhülle ihrer Behausung schlägt. Die beiden Wachen beschließen, nichts zu unternehmen und die anderen schlafen zu lassen und so geht es am nächsten Morgen weiter auf der Straße Richtung Schweigende Felsen von Thesara. Der Regen hat die Spuren des nächtlichen Ereignisses längst weggespült.

Erst jetzt wird der Gruppe klar, dass diese Straße von uralter, mächtiger Magie des Imperiums geschützt wird, die in den Wegsteinen eingebunden wurde. So kann der Weg dem finsteren Wald auf beiden Seiten standhalten und schlängelt sich wie ein Tunnel durch den finsteren Forst. Und noch bevor der Mittag herangebrochen ist, öffnet sich der Schlund vor ihnen und gibt den Blick auf einen dunklen Turm frei. Er ist das Epizentrum des Unwetters. Dichter, todbringender Nebel kreist wie ein Malstrom um den von Blitzen und tosendem Donner umspielten Wehrbau. Doch davor, auf dem kleinen Fußpfad, der von einem Schlachtfeldszenario umringt ist, wachen zwei drei Meter große Kreaturen, zusammengesetzt aus Hunderten Knochen und Schädeln. Eimack erkennt mit den Augen Yecuthlas, dass die Konstrukte aus Dutzenden gebannten Seelen bestehen, leidenden Opfern, die auf Ewig hier ihren Dienst tun müssen.

Da ein Kampf gegen die titanischen Ungetüme ausgeschlossen scheint, wird nach Alternativen gesucht, um den Turm zu vernichten. Der Spagyrant Wolkenstein produziert aus den von Spatzewatz dargereichten Pflanzenteilen explosive Brandbomben. Diese sollen durch den Boden unter den Turm verbracht werden, um das Gebäude zum Einsturz zu bringen. Doch der waismarkische Skraat muss schnell feststellen, dass er keine Macht über dieses Land hat, denn es ist von der Saat des Lebens gänzlich befreit, tot und leblos. Er kann hier nichts wachsen lassen oder sonstwie Kontrolle ausüben.

So ersinnt die Gruppe einen neuen Plan: sie pflanzen die weißblättrige Blume aus der Totenstadt in den verdorbenen Boden und nähren sie mit dem Quellwasser der Nekropole. Da die Blume sich vom Tod ernährt und hier noch weiterhin von allen Beteiligten geschützt oder unterstützt wird, gedeiht sie und entzieht dem „toten Land“, den Tod. Die Nebel bäumen sich auf, der Wind wirbelt chaotisch umher und selbst die Blitze und der Donner verlieren ihren Rhythmus. Ein erster Balkon des Turmes kracht ächzend in die Tiefe. Der Plan scheint zu funktionieren! Doch dann setzen sich die beiden Wachen des Turms in Bewegung und marschieren auf die Blume zu. Theoderich richtet sein Wort an die Herannahenden, Worte der Güte, Liebe und der Vergebung. Als Symbol für das Leben lässt Spatzewatz eine einzelne Blume aus dem Boden sprießen, ebenfalls ein Symbol für die Kraft der Natur und der Liebe. Und damit zerfällt das bedrohliche Ungetüm in glitzernden Staub, der vom Winde verweht wird. Doch der zweite Knochenwächter bleibt unbehelligt. Zwischen ihm und der weißen Totenblume steht nur noch Halgar mit erhobenem Schild und Schwert. Kann sie den Skelettriesen daran hindern, die Blume zu vernichten? 

[Der Knochenwächter ist der letzte in der Runde und kann sich im nächsten Exchange wieder als ersten wählen.]

Peter Sailer
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Nihilistischer Weltverbesserer

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